BILDUNG

 

Die meisten Fehler, die von Waldindianern begangen werden, geschehen aus Unwissenheit, aus mangelnder Kenntnis der Spielregeln und Methoden in der zivilisierten Welt.

 

Diese Unwissenheit wird von Wirtschaft und Politik schamlos ausgenutzt. So kommt es zu Korruption und Verlust intakter Lebensräume. Andererseits bedeutet „lernen dürfen“ für junge Indianer und ihre Familien immer noch ein Privileg. Es besteht enormer Nachholbedarf! Also geben wir ihnen die dringend nötige Ausbildung, von der Grundschule bis zum Hochschulstudium, in Landwirtschaft, Handwerk und anderen Berufszweigen.

AMAZONICA unterhält derzeit mehr als 50 Studienbeihilfen.

Die Maßnahmen im Einzelnen

 

Alphabetisierung

Wer in die Grundschule geht, lernt Lesen, Schreiben und Rechnen zweisprachig – Indianersprache und Spanisch – aber aus Geldmangel können viele Kinder nicht eingeschrieben werden. Da es dieses Schulsystem im Wald noch nicht so lange gibt, sind auch viele Erwachsene und alle älteren Menschen Analphabeten. AMAZONICA gibt Jung und Alt Kurse, unabhängig vom öffentlichen Unterricht.

Einige der Omas und Opas haben sich nach erfolgreicher Alphabetisierung in die Grundschule einschreiben lassen. Dort drücken sie die Schulbank neben ihren Enkeln!

 

Förderung von Schülern und Studenten

Die Grundschulen in den Walddörfern sind staatlich, hässlich und unpraktisch. Es sind Bretterbuden mit Wellblechdächern ohne Licht, Wasser und Toiletten – die Indianer nennen sie „Käfige“. An heißen Tagen wird der Unterricht um 11 Uhr abgebrochen, weil Schüler und Lehrer unter dem Wellblech rösten, und jedes Mal, wenn ein Tropenschauer niederprasselt, versteht man kein Wort mehr.

Deshalb und zur Wahrung der eigenen Kultur erhalten Dörfer, mit denen AMAZONICA arbeitet, neue Schulhäuser im traditionellen Baustil, verbessert um Fußboden, Licht, Wasser und Toiletten. Jedes Jahr wird der Stock an Lehrmaterial erneuert.

Für Gymnasiasten gibt es noch wenige und qualitativ schlechte Ausbildungsmöglichkeiten im Wald. Auf eine gute höhere Schule in der Stadt zu gehen, ist für Waldindianer sehr teuer. Unsere Stiftung bezahlt für viele junge Shuar und Achuar die Schulgebühren bis zum Abitur.

Wer an einer Universität studieren möchte, muss ein gutes Abitur nachweisen und sich für eine Fachrichtung entscheiden, die für das Leben im Wald nützlich ist – die seinem Volk und dem gemeinsamen Anliegen zugute kommt. Natürlich soll das Studium auch eine spätere Tätigkeit ermöglichen, die zum Lebensunterhalt des Betreffenden beiträgt.

 

Handwerk und andere Berufe

Für Indianer, die ein Handwerk erlernen wollen, finden Kurse statt. Grundkurse zunächst in den Dörfern, damit möglichst viele Interessierte daran teilnehmen können. Wer sich dann wirklich für eine Berufsausbildung eignet und sich fortbilden will, bekommt von AMAZONICA Kurse in den Provinzhauptstädten mit Praktika in Fachbetrieben. So erlangen die Waldindianer Berufe als Mechaniker, Schreiner, Baumeister, Installateur, Elektriker und Schneider (vor allem Frauen) und können in ihren Dörfern einen Familienbetrieb gründen. Weitere Kurse finden in der Grundausbildung für Sanitäter statt und im Tourismusbereich für Fremdenführer, Köche und Tourismusfachleute.

Workshops werden bedarfsweise zu Themen gegeben, die in einer Gemeinde interessieren, hauptsächlich zur „Rolle der Frau“ und zur „Familienplanung“, zu den Themen „Zukunftsorientierung“, „Gemeindeentwicklung“, „soziales Verhalten, Solidarität“ und „Naturschutz“.

Beratung durch Fachleute, die von AMAZONICA Zeitverträge bekommen, erhalten die Gemeinden in ökologischen Entsorgungsmaßnahmen, in der Landwirtschaft und im Umgang mit neuen Technologien und deren Wartung.

AMAZONICA auf

Google+